Antifa Delmenhorst [NEVER AGAIN]
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Schwerer Neonaziübergriff in Delmenhorst. 07.06.

Weser Kurier, Nordwest Zeitung, Delmenhorster Kreisblatt, Bild Bremen – mehrere Zeitungen berichten über eine Auseinandersetzung zwischen “Rechts” und “Links” am 3. Juni 2010. Mit Holzlatten, Flaschen, Reizgas und weiteren Gegenständen, seien Gruppen von jeweils Sechs Personen gegeneinander vorgegangen. – Die halbe Wahrheit.

Tatsächlich wurde am frühen Abend des 3. Juni eine Gruppe von Jugendlichen durch zwei Fahrzeuge mit bewaffneten Neonazis attackiert. Eine Gruppe von sechs Personen griff mit Holzlatten, Reizgas, mindestens einem Messer, Teleskopschlagstöcken und Glasflaschen mehrere Jugendliche an. Die Neonazis versuchten zunächst mit Fahrzeugen zwei Personen, die mit Fahrrädern vor den Verfolger_Innen flohen, abzudrängen und zu überfahren. Mit hoher Geschwindigkeit raste Neonazi-Kader Mario Müller in einem silber-grauen Dacia Logan, mit mehreren Neonazis auf die Gruppe von Jugendlichen zu. Diese flüchteten umgehend hinter Absperrungen auf der Straße. Nur mit Glück konnten sich viele Personen vor der Bedrohung durch die Fahrzeuge retten.

Noch während der Fahrt schlug Jonathan von Seggern (Achim) mit einem Schlagstock auf einen Fahrradfahrer ein, kreischend holte er immer wieder aus und attackierte den neben dem Fahrzeug fahrenden Jugendlichen aufs Neue – dieser erlitt eine Platzwunde am Kopf und musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Mit einer Vollbremsung hielten die Fahrzeuge – eines gesteuert durch Mario Müller, ein weiteres durch den Schulungsbeauftragten der “Jungen Nationademokraten” (NPD) Kevin Boeck – mit rauchenden Reifen vor der Verkehrsabsperrung an. Noch während der Fahrt sprangen die ersten Neonazis aus den Fahrzeugen. Bewaffnet mit Holzlatten, Teleskopschlagstöcken, Reizgas, mindestens einem Messer und Glasflaschen griffen sie die nicht vorbereiteten und unbewaffneten Jugendlichen an.

Müller – charakterisiert durch einen psychopathischen Tunnelblick – steuerte direkt auf zwei Jugendliche zu, lieferte sich ein kurzes Handgemenge und zerschlug schließlich eine Holzlatte an dem Kopf eines Jugendlichen, der aufgrund von Gesichtsverletzungen ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden musste. Nur durch großes Glück, wurde die betroffene Person nicht schwerer verletzt. Eine weitere hingegen, wurde am Fuß verletzt und musste durch einen Rettungswagen zur Erstversorgung in die städtischen Kliniken eingeliefert werden – Neonazis hatten mit Flaschen geworfen.

Viele Personen versuchten mittlerweile der Situation zu entkommen. Zu stark bewaffnet waren die Neonazis, zu unvorbereitet die Jugendlichen. Etwa vier Personen wehrten sich weitestgehend effektiv gegen weitere Angriffe der sechs Neonazis. Zeug_Innen beobachteten die Vorfälle und konnten die Gruppe von Neonazis eindeutig als Angreifer_Innen identifizieren. Die Antifaschist_Innen handelten in Notwehr und absoluter Bedrängnis.

Im Kontext der Auseinandersetzung schrien die verzweifelten Neonazis unter anderem antisemitische Parolen. Die Jugendlichen wurden durch den “Landesführer” der Jungen Nationaldemokraten Julian Monaco, gemeinsam mit Kevin Boeck, als “scheiß Juden” tituliert. Jonathan von Seggern schrie mit schriller Stimme Beleidigungen. Nicht beteiligen durfte sich Amrei Komotzki – soweit geht der von “Autonomen” Neonazis propagierte “Antisexismus” dann doch nicht. Mario Müller würde sich womöglich auch Sorgen machen, immerhin grenzte seine Verehrung für den neonazistischen Neuzugang an Stalking (Eigenangabe).

Namentlich waren Kevin Boeck (Bookholzberg), bewaffnet mit einem Teleskopschlagstock, Mario Müller (Harpstedt) mit Messer, Holzlatte und Reizgas, Marcel Hesse (Delmenhorst) mit Pfefferspray, Jonathan von Seggern (Achim) mit einem Schlagstock, Julian Monaco, sowie Amrei Komotzki (Ganderkesee) an dem schweren Übergriff beteiligt – letztere jedoch nur als stille Beobachterin im Auto. Am Ende zeigte sie noch wutentbrannt den Mittelfinger, Kevin Boeck fuhr in Schlangenlinien davon, Mario Müller – nicht nur gruppenintern als Psychopath verspottet – raste aus der Sackgasse.

Wenig später konnten Beamt_Innen der Polizei Delmenhorst mehrere Neonazis in der direkten Umgebung stellen. Auch diese wurde im Verlauf der Auseinandersetzung verletzt. Anwohner_Innen unterstützten die Betroffenen mittels erster Hilfe, sowie Zeug_Innenaussagen, die eindeutig die anwesenden Neonazis belasten.

Dennoch ist die Tatsache, dass Neonazis ohne zu zögern mit schwerer Bewaffnung eine unbewaffnete Gruppe von Jugendlichen attackieren, als äusserst bedrohlich zu werten – wer versucht Personen zu überfahren, mit einem Messer attackiert und eine Holzlatte an dem Kopf eines anderen zerstrümmert, der riskiert bewusst schwerste Verletzungen oder sogar Tote.

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