Die Ruhe trügt: Auch innerhalb der letzten Wochen traten Neonazis auf unterschiedliche Weise in Erscheinung. Nicht wirklich von Erfolg gekrönt wurde so nahezu jede vorhandene Möglichkeit genutzt, um in die direkte Konfrontation mit vermeintlichen Gegner_Innen zu treten – zudem versuchte Mario Müller mehrfach Zeug_Innen seiner Gewalttaten einzuschüchtern.
“Offensive”.
Weiterhin patroullieren Neonazis durch das abendliche Kneipenszenario Delmenhorst. Mehrfach wurden Einzelpersonen bedroht, verfolgt oder angegriffen. Zuletzt unternahm eine Gruppe von etwa 15 Neonazis – darunter Mario Müller, Kevin Boeck, Stefan Rabe, Florian Cordes und Julian Monaco – den Versuch, einen ihnen bekannten Besucher einer Kneipe mittels verbaler Drohungen einzuschüchtern: “Wir kriegen dich!”. Nach dem Rauswurf aus der Kneipe positionierte die Gruppe sich in unmittelbarer Nähe, um später noch einmal mit Eisenstangen und Holzlatten das Etablisment zu betreten.
Die Polizei glänzte derweil – trotz mehrfacher Alarmierung durch den Wirt – durch Abwesenheit, schließlich sei kein reeller Strafbestand festzustellen.
Mittlerweile berichtet die Lokalpresse, das Delmenhorster Kreisblatt, über die Vorkommnisse am Wochenende. Vollkommen isoliert von jeglichem politischen Hintergrund, sowie der Dimension der verübten Angriffsversuche, berichten die Redakteure lediglich über eine unpolitische Kneipenschlägerei.
Bereits am Vormittag desselbigen Tages versuchte der leidenschaftliche Autotuner und Auszubildende des Betriebs “Fernseh Fleischer”, Stefan Rabe, bewaffnet mit Teleskopschlagstock und Quarzsandhandschuhen, einen alternativen Jugendlichen anzugreifen – jedoch keineswegs erfolgreich.
Zeugeneinschüchterung.
Obgleich Mario Müller bislang wenig rechtliche Folgen für seine Straftaten zu befürchten hatte (wir berichteten), nutzt er jede Möglichkeit, Zeug_Innen seiner Gewalttaten zu bedrängen. Wenn er nicht gerade am jeweiligen Arbeitsplatz ‘lauert’, so spricht er telefonisch Drohungen gegen seine Opfer und deren Zeug_Innen aus oder beschreitet den Rechtsweg und erfindet eigene Zeug_Innen. Ziel dieser Bestrebungen ist die Einschüchterung, die Bedrohung und der Aufbau von Druck auf eben die Personen, deren Aussagen ihn belasten.
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Am 13. Januar 2010 endete der erste Prozesstag gegen den Neonazi Mario Müller am Amtsgericht Wildeshausen – Resultat: 50 Sozialstunden. Der “beste Anwalt” (Zitat des Angeklagten) schützte den bundesweit bekannten Neonazi in Kooperation mit Staatsanwalt und Richter vor einer angemessenenen Strafe für mehrere Gewalttaten, die unter anderem durch fünf Zeug_Innen detailliert geschildert wurden. Grund genug für antifaschistische Selbsthilfe!
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Am 13. Januar 2010 wird der erste Prozess in einer Reihe Verhandlungen gegen den Neonazikader Mario Müller stattfinden. Unter anderem werden dem mittlerweile langjährig in der delmenhorster und niedersächsischen Szene aktiven Neonazi verschiedene Delikte vorgeworfen, die meist aus (teils schweren) Übergriffen auf Gegner_Innen der deutschen Ideologie resultieren.
Kurzfristig meldeten Neonazis der “Jungen Nationaldemokraten” (die Jugendorganisation der NPD) eine “Mahnwache” an, um sich mit ihrem bedrohten Kameraden zu solidarisieren. Wir – aktive Antifaschist_Innen aus Delmenhorst und der Region – rufen alle emanzipativen Kräfte auf, sich den deutschen Faschist_Innen mit voller härte entgegenzustellen.
Regressive, geschichtsrevisionistische, menschenhassende Ideologie – hier in Form deutscher Neonazis – gehört bekämpft, sabotiert und angegriffen!

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Innerhalb der letzten Wochen erzielte der Angriff von circa 30 Neonazis auf einen Jugendtreff in Delmenhorst beachtliche mediale Resonanz. Dennoch wurde in mehreren Artikeln auf eine Pressemeldung der Polizei verwiesen, die u.A. feststellte, es seien keine „strafbaren Handlungen“ festzustellen gewesen – eine logische Konsequenz. Womöglich hätte die Polizei ihr eigenes Totalversagen eingestehen müssen. Desweiteren wurde, nachdem bereits am 12. Oktober 2009 ein Fahrzeug schwer beschädigt wurde, erneut ein PKW nach dem gleichen Schema zerstört: Sämtliche Scheiben wurden eingeschlagen. In den Folgetagen der Aktivitäten verteilten Neonazis der “Aktionsgruppe Delmenhorst” Flugblätter an mehreren Schulen im Stadtgebiet und attackierten einen Antifaschisten brutal (siehe unten).
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Innerhalb der letzten 15 Stunden ereigneten sich erneut neonazistische Übergriffe und Gewalttaten. Im Folgenden werden diese in aller Kürze und unter dem direkten Eindruck der Ereignisse dokumentiert.
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In den Abendstunden des 8. Oktober 2009 führten 35 Antifaschist_Innen aus der Region mehrere Flugblattaktionen in Wardenburg, Hude und Delmenhorst durch. Unter Anderem wurde in den verteilten Zetteln über Akteure der Neonazistruktur in Delmenhorst informiert. Neonazis und ihre Unterstützer_Innen dürften nicht länger im vermeindlichen Schutz der Anonymität agieren. Es besteht vielmehr die Notwendig, die Vertreter_Innen jener faschistoiden Ideologie in der Öffentlichkeit zu skandalisieren, über Aktivitäten zu informieren, sowie neonazistische Aktion nicht länger zu relativieren.
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Wenn die Delmenhorster Naziclique mal nicht durchs “Viertel taumelt” veranstaltet sie Infotische (wir berichteten).
Dennoch verweisen wir erneut auf einen Fremdbericht des Journalistenkollektivs “Recherche Nord” – dieser wird im folgenden dokumentiert.
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Im Kontext der Bundestagswahlen erzielte die neofaschistische NPD 900 Erststimmen. Dies entspricht 2.4% der Gesamtzahl.

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Keine Stimme für Nazis!
Am Freitag dem 25. September 2009 demonstrierten im Laufe des Nachmittags- sowie der Abendstunden insgesamt mehr als 300 Jugendliche, Antifaschist_Innen und Bürger_Innen gegen neonazistische Aktivitäten im Kontext der Bundestagswahlen.
Gemeinsam mit unterschiedlichen lokalen Bands rief ein Bündnis aus rund 15 Organisationen, Parteien und Vereinen zu einer Kundgebung auf dem Delmenhorster Marktplatz auf. Nach einer verstärkten Mobilisierungsphase an Schulen, im Internet, sowie mittels unterschiedlichster Printmedien fanden sich folgend etwa 300 Jugendliche am Kundgebungsort ein.
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